Sonstige News 31. Juli 2010

Korruption behindert Safari-Reisende in Tansania

Elefant im Ngorongoro Krater

Elefant im Ngorongoro Krater
© XCELLENT Wildlife Paradise - Holiday and Safaris

Gestrandete Fahrzeuge am Eingangstor zur Serengeti, aufgeregte Diskussionen, genervte Ranger und wütende Touristen konnte man in den letzten Monaten immer öfter an den Eingangstoren der tansanischen Nationalparks beobachten. Die Meldungen überschlagen sich, denn Grund für die aufgeheizte Stimmung ist ein höchst fragwürdiges Rundschreiben, welches die erst kürzlich unterzeichneten Verträge zur ostafrikanischen Einigkeit in Frage stellt. Die Tinte ist noch nicht getrocknet und schon wird eine Klageschrift beim zuständigen Gericht eingereicht.
Seit mehreren Jahren treffen sich die politischen Führer Ostafrikas, um nach dem Vorbild Europas ein ebenbürtiges Unions-Bündnis auf die Beine zu stellen. Die so genannte „East African Community“ (EAC) wurde als eine Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1967 gegründet, um bereits nach 10 Jahren wegen gegenseitigen Vorwürfen der Einmischung zu zerfallen. Nach der Neugründung am 7.Juli 2000 bemühte man sich eher schlecht als recht Ein- und Ausfuhrbestimmungen, Reiseerleichterungen und vieles mehr in einer Interessengemeinschaft zu verwirklichen. Große Träume spuken im Kopf der Verantwortlichen umher wie zum Beispiel die Einführung einer gemeinsamen Währung - dem „East African Shilling“ oder der Wegfall der Grenzkontrollen. Ab 1.Juli 2010 sollte die ostafrikanische Union Erleichterungen in vielerlei Hinsicht für die einheimische Bevölkerung, aber auch für den Länderübergreifenden Tourismus innerhalb Ostafrikas bewirken. Bereits im März dieses Jahres wurden Verträge von den Repräsentanten aller fünf Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Den Protokollen zu folge wird danach a.) der freie Warenverkehr, b.) der freie Personenverkehr, c.) die freie Wahl des Arbeitsorts, d.) das Niederlassungsrecht, e.) das Aufenthaltsrecht, f.) die Dienstleistungsfreiheit und g.) der freie Kapital- und Zahlungsverkehr geregelt. Ein besonderer Anreiz für den Reisenden, der gleich mehrere Regionen bereisen möchte, ist die Einführung eines „Single Tourist Visa“ für die gesamte ostafrikanische Union, denn dann würden Visumkosten für jedes einzelne Land entfallen. Ob der Tourist den Vorteil in Anspruch nehmen kann bleibt allerdings zu bezweifeln, insbesondere wenn dieser Tansania besuchen möchte. Mehrere Reisegruppen, welche eine Safari-Rundreise mit kenianischen Veranstaltern durchführten, konnten in den vergangenen Monaten erfahren, dass in diesem Land Dummheit, Missgunst, eingefahrene Seilschaften und Korruption regieren. Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen wird die Einfahrt in tansanische Nationalparks verwehrt, weil Im November 2009 alle Nationalparks ein zweifelhaftes Rundschreiben erhielten. Dementsprechend dürfen Fahrzeuge ohne gültige „TALA-Lizenz“ nicht in den Nationalpark einfahren. Obwohl sich der Tourist bei einer Anmietung von Privatfahrzeugen strafbar macht und außerdem keinen Versicherungsschutz genießt, sind privat zugelassene Pkws oder Kleinbusse von der Regelung ausgenommen. Wir glauben zu Wissen, dass der Deal zwischen Minister und dem Inhaber der Firma Leopard Tours in Arusha geschickt eingefädelt wurde, denn die Firma besitzt über 400 Allrad-Fahrzeuge, die ohne Zutun aus höheren Kreisen wohl kaum ausgelastet wären. Die genannte TALA-Lizenz kann von Selbstfahrern oder Unternehmen die keine Niederlassung in Tansania unterhalten nicht erworben werden. Auf der neu gestalteten Internetseite der Parkbehörde TANAPA findet man nicht den kleinsten Hinweis, kein einziges Wort beim Tansania Tourist Board und dem kenianischen Tourismusminister Najib Balala zu folge, ist diese Regelung sogar dem tansanischen Vize-Minister unbekannt. Das Problem schien gelöst als uns der Inhalt sowie eine Bestätigung über die Unterzeichnung oben genannter Gesetzesvorlagen am 17.März 2010 zugesandt wurden. Somit konnte angenommen werden, dass sich unsere 10-köpfige Reisegruppe auf eine seit langer Zeit geplante Safari-Tour ohne Komplikationen freuen darf. Weit gefehlt – am 3.April 2010, gleich nach Ankunft am westlichen Ndabaka-Tor zur Serengeti schlug unseren Gästen eine derartige Unverschämtheit und Antipathie entgegen, die mit Worten kaum zu beschreiben ist. Von Anfang an wurde schroff zu verstehen gegeben, dass auf Grund des Kennzeichens am Safari-Fahrzeug keiner Willkommen ist und eine Einfahrt in den Park verweigert wird. Auf Grund mehrerer Safari-Fahrten in alle Regionen Tansanias bin ich persönlich einiges gewöhnt, aber ein Verhalten dieser Art den Touristen gegenüber habe ich noch nicht erlebt. Telefon-Verbindungen zum TANAPA-Hauptquartier und weitergeleitete Telefongespräche mit der Deutschen Botschaft in Dar-es-Salaam wurden erst gar nicht angenommen oder hinterrücks unterbrochen. Die Klagen unserer Gäste nach über 5 Stunden Wartezeit am Eingangstor rangen den TANAPA-Angestellten nur ein freches Grinsen ab. Nach dem Einschalten der Polizei und mit Unterstützung der Serena-Lodge durfte eines unserer Fahrzeuge am Abend gegen 19.00 Uhr passieren und zum Kira Wira Camp fahren. Am nächsten Morgen, nach mehr als 17 Stunden Wartezeit, öffnete man die Schranke für das zweite Fahrzeug. Zum Abschied wurde mir von den Diensthabenden Sicherheitskräften am Parktor dringend empfohlen, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen und an höchster Stelle Beschwerde einzureichen. Natürlich war diese Bitte nicht ganz uneigennützig, denn auch die von der tansanischen Armee abgestellten Soldaten, ziehen eine freundliche Atmosphäre dem täglichen Ärger mit den Touristen vor. Später am 7.April 2010 wiederholte sich die gleiche Schikane am Tor zum Arusha Nationalpark. Obwohl die Straße als Transferstrecke ausgewiesen ist und somit von Bussen und LKWs gleichermaßen genutzt wird. Hier genügte jedoch ein energischer Anruf vom deutschen Manager der Hatari Lodge. Seit über einem Monat gilt die gleiche Regelung nicht nur für sämtliche tansanische Nationalparks, sondern auch für das private Conservation Area des Ngorongoro. Hier wurde unseren Fahrzeugen am 24. und 25.Juni 2010 verweigert. Für 250 US-Dollar pro Fahrzeug mussten unsere Fahrer andere Fahrzeuge anmieten, um unseren Gästen die bezahlte Pirschfahrt möglich zu machen. Eine Frechheit sondergleichen – nach gezahlten 50 US-Dollar für Visa pro Person, weiteren 50 US-Dollar Parkeintrittsgebühr und 200 US-Dollar pro Person sowie 40 US-Dollar für ein Fahrzeug mit Fremd-Kennzeichen. Aus diesem Grund wurden für diese Saison alle geplanten sowie bereits gebuchten Safari-Reisen nach Tansania storniert und umgebucht. Sollten die Verantwortlichen auch weiterhin nicht zur Besinnung kommen, bieten sich dem Gast eine Reihe bezaubernder Regionen in anderen Ländern der ostafrikanischen Union. Vielleicht zollt man dem Besucher nötigen Respekt, wenn sich der Abwärts-Trend von momentan - 10% in der tansanischen Tourismusbranche fortsetzt.

XCELLENT Wildlife Paradise - Holiday and Safaris

XCELLENT Wildlife Paradise - Holiday and Safaris
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AutorXCELLENT Wildlife Paradise - Holiday and Safaris

PressebildNgorongoro.jpg ©XCELLENT Wildlife Paradise - Holiday and Safaris

SchlagworteKorruption Safari TANAPA Tansania

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