Reiseziele 18. Dezember 2014

Unterwegs mit Schrättele und Fesselhannes: Fasnet in Bad Waldsee

„Federle“ auf der Waldseer Fasnet

„Federle“ auf der Waldseer Fasnet
© Kur- und Gästeinformation Bad Waldsee

Ein guter alter Brauch wird in der Kneippstadt Bad Waldsee seit dem 15. Jahrhundert gefeiert: die Waldseer Fasnet. Zum Narrentreiben gibt‘s ein Arrangement im Hotel Grüner Baum mit Logenplatz. Das Fasnetmuseum informiert über den Brauch.

Gleich fünf Gesichter zeigt das oberschwäbische Bad Waldsee zur „fünften Jahreszeit“: „Schrättele“, „Federle“, „Narro“, „Faselhannes“ und das „Schorrenweible“. Begleitet von vielen Narrensprüchen begegnen die Gäste diesen originären, aus Holz geschnitzten Masken auf Schritt und Tritt. Besonders umtriebig geht’s bei der Waldseer Fasnet zu vom 11. bis 17. Februar 2014.

Mit dem „Gschellabstauben“ am Dreikönigstag, 6. Januar, rüsten die Narren für ihre urigen Umtriebe. Dann ist es vorbei mit Ruhe und Beschaulichkeit, der Mummenschanz regiert. Vom dämonisch anmutenden „Schrättelestanz“ bis zur Narrenmesse und der Beerdigung der Fasnet am Faschingsdienstag dauert dann die wildeste Zeit in Bad Waldsee.

Zum Auftakt der sogenannten Hochfasnet wird am Mittwoch, 11. Februar, den Regierenden der Stadt die Macht aus den Händen genommen und die Narren übernehmen das Ruder. Wenige Stunden später schleichen sich um Mitternacht gespenstisch anmutende „Schrättele“ auf den Rathausplatz und tanzen mit angeglühten Besen ums lodernde Feuer. Wind und Trommelschlag begleiten sie, bis sie vom „Faselhannes“ und „Narro“ vertrieben werden. Bevor am „Gumpigen Donstig“ der Narrensprung startet, ein Umzug mit den heimischen Masken und Gruppen, werden die Schüler durch die Zünfte vom Unterricht befreit. Am 14. Februar gibt es eine Zunftparty und am „Fasnetssonntig“, 15. Februar, findet die Narrenmesse statt. Am Fasnetsmontig beim großen Narrensprung ziehen schwäbisch-alemannische Zünfte aus Süddeutschland und der Schweiz durch die Bad Waldseer Innenstadt. Am „Fasnetsdienschtig“, 17. Februar, gibt’s für den Narrennachwuchs einen Kinderumzug. Danach beginnen die Stunden der Trauer: Die Besen werden verbrannt und die „verstorbene“ Fasnet, das auf einer Leiter liegende Mäschkerle (Puppe), wird den Fluten des Schlossbaches übergeben. Die Teilnehmer des Trauerzuges feiern anschließend in den Lokalen der Stadt. Schlag 24 Uhr läutet die Fasnet im Kornhaus aus.

Sammlervölkle und Brezgebuaba im Fasnetmuseum
Die Zunftstube ist in der einstigen Ölmühle eingerichtet mit dem Fasnetmuseum im Dachgeschoss. Bei den ganzjährig angebotenen Führungen wird zuerst ein Film über den Ablauf der Waldseer Fasnet gezeigt. Zu sehen sind sämtliche Masken der Zunft: das Sammlervölkle, die Brezgebuaba, die Nachtwächter und Trommler, die Garde sowie der Prinz mit Hofnarr – eine Prinzessin gibt es bei der Waldseer fasnet nicht. Im Detail zu sehen sind die Hauptfiguren „Schrättele“, Federle“, „Narro“, „Faselhannes“ und „Schorrenweible“. Sie werden durchweg aus Lindenholz hergestellt und keine gleicht der anderen. Jede Maske hat eine Nummer, mit der man den Träger identifizieren kann. Derzeit gibt es drei zugelassene Maskenschnitzer. Aus dem Jahr 1866 stammt die erste Narrenzeitung. Wer eine Maske möchte, muss sich erst hoch “dienen“. Er muss Mitglied in der Narrenzunft werden und den Verein tatkräftig unterstützen. Erst nach ein paar Jahren kann er dann damit rechnen, dass dem Antrag auf eine Maske entsprochen wird.

Die Hexe „Schrättele“ leitet ihren Namen vom „Schratt“ ab – einem Dämon und Plagegeist. Die Maske besitzt sowohl ein böses wie ein spöttisch-grinsendes Gesicht. „Mi hot heut Nacht s`Schrättele druckt“ heißt es bis heute nach schlaflosen Stunden. S’„Federle“ ist der Böse von Waldsee. Im oberschwäbischen Raum beschreibt man ihn seit jeher als schmucken Galan, der als Jäger verkleidet auch die Frauen verführt hat. Der „Narro“ trägt bunte Federn und hüpft wie verrückt vor Lebensfreude – meist zusammen mit dem „Faselhannes“, der schelmisch-lachend lokale Anekdoten brabbelt. Das „Schorrenweible“, einst die Kräuterfrau aus dem Wald, humpelt mit einem Korb durch die Gassen und bietet närrisch-alkoholische „Säfte“ feil.

Und weil die Fasnet viel älter ist als die Prädikatisierung zum Heilbad – dies geschah erst 1956 – heißt es nach wie vor „Waldseer Fasnet“. Wer als Besucher dem bunten Treiben beiwohnen möchte, kann im zentralen, auf dem Marktplatz gelegenen Hotel Grüner Baum, einen Logenplatz für Hexentanz und Umzüge reservieren: Drei Tage ab 199 Euro pro Person im Doppelzimmer (EZ 228 Euro).

Weitere Infos: Kur- und Gästeinformation Bad Waldsee, 88339 Bad Waldsee, Tel. 07524 94-1342, www.bad-waldsee.de.

Bad Waldsee/München, 18. Dezember 2014

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