Reiseziele 24. Januar 2012

Brauchtum in Oberbayern von A bis Z: Schäfflertänze, Maschkera, Maibäume und fromme Seefahrer

Aufstellen des Maibaums auf dem Florianiplatz in Bad Reichenhall

Aufstellen des Maibaums auf dem Florianiplatz in Bad Reichenhall
© Bildnachweis: Kur-GmbH Bad Reichenhall

Nur alle sieben Jahre, so auch 2012, tanzen die Schäffler. Gaudiwürmer und Maschkera vertreiben alle Jahre wieder den Winter. Kräftige Männerbeine stemmen tonnenschwere Baumstämme in den weiß-blauen Himmel. Gläubige Oberbayern begeben sich in farbenfroher Frömmigkeit aufs Wasser. Schäfflertänze, Fasching, Maibaum- und Fronleichnams-Bräuche sind die sehenswerten Feste im ersten Halbjahr des oberbayerischen Brauchtumskalenders. All diese und weitere sind im Brauchtums-Lexikon von A bis Z unter www.oberbayern.de gelistet.

Schäffler tanzen Figuren
Eigentlich stellen Schäffler große Gefäße her. Alle sieben Jahre jedoch legen sie eine flotte Sohle aufs Parkett und tanzen den Schäfflertanz, bei dem zur Musik festgelegte Figuren dargestellt werden. Der Legende nach wurde dieser Zunfttanz in München erstmals 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt, um die Bevölkerung zu beruhigen und das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen. Die Figuren des berühmten Münchner Glockenspiels auf dem Marienplatz erinnern noch heute daran. Ab 1830 wurde der Brauch durch wandernde Schäfflergesellen auch außerhalb von München bekannt und hielt Einzug in die oberbayerischen Dörfer und Gemeinden. 2012 tanzen die Schäffler noch bis Ende Februar in den verschiedenen Regionen. Der Tourismusverband München-Oberbayern hat alle Schäfflertänze unter www.oberbayern.de gelistet.

Wilde Gesellen und Holzmasken
Jetzt wird es wieder ein wenig unheimlich und verrückt in Oberbayern. Im Februar treiben wilde Gesellen in Flecklegwand und selbstgeschnitzten, furchterregenden Holzmasken ihr Unwesen. Angst haben muss allerdings niemand, denn diese Wesen sind tatsächlich friedlich unterwegs. Mit ihrem eigenartigen Tanz und den lauten, kupfernen Schellen wollen sie nur den Winter vertreiben. Farbenfroh und ausgelassen geht es auch bei den Faschingsbällen, Faschingszügen, beim Faschings-Skifahren und Rodeln, Almfasching und Lumpenball zu. Übrigens: Die Maschkera sind eine Besonderheit der Region Oberbayern, ihr Ursprung geht, wie bei fast allen Faschingsbräuchen, bis in die vorchristliche Zeit zurück. Der Tourismusverband München-Oberbayern hat alle Faschingsveranstaltungen unter www.oberbayern.de zusammengefasst.

Das ist alles nur geklaut
König Max I. Joseph zu Ehren wurden Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten weiß-blauen Maibäume aufgestellt. Genauso spektakulär wie beliebt ist aber auch das Stibitzen der bis zu 40 Meter langen Traditions-Stangen. Sobald ein Baum im Wald auserkoren wurde, ist er vor den Burschenschaften der Nachbargemeinden nicht mehr sicher. Der Maibaum-Klau geht um, mit dem Ziel, anschließend eine hohe Ablöse in Form von Bier und Brotzeiten auszuhandeln. Langfinger müssen sich aber geschickt anstellen, Bewacher ausspionieren oder Wachhunde mit Wurst besänftigen. Nicht weniger abenteuerlich als das Klauen ist das Aufstellen des Maibaums, das den ganzen Vormittag und viele kräftige Männer in Anspruch nimmt. Am 1. Mai gleicht an vielen Orten die Szenerie: Bier, Brotzeiten, Blasmusik und jede Menge Geselligkeit – auch das zählt zum Brauchtum rund um den Maibaum. Nähere Informationen unter www.oberbayern.de

Fromme „Seefahrer“
Prächtige Züge mit haushohen Fahnen, Blütenteppiche, Monstranzen und mobile Madonnen: Fronleichnams-Prozessionen berühren viele Menschen mit ihrer frommen Opulenz. Die größte und ergreifendste Wallfahrt findet in Altötting statt, die von der Basilika aus an mit Fahnen und Blumen geschmückten Häusern vorüberzieht. Der Priesterschaft in liturgischen Gewändern folgt der barocke Himmel, unter dem der Pfarrer die Hostie trägt. Fronleichnam ist das Fest der Verehrung des Leibes Christi und geht auf eine Vision der Ordensschwester Juliana von Lüttich zurück. 1273 setzte sich die erste bayerische Prozession in Benediktbeuern in Bewegung. Über die Jahrhunderte hinweg haben diese Wallfahrten in den Orten Oberbayerns eigene Charakteristika entwickelt. So ist beispielsweise in Lenggries die mehr als 14,5 Meter hohe „Hochwürdig-Gut-Fahne“ Blickfang. Die Gläubigen in Ingolstadt schreiten über einen 60 Meter langen Blütenteppich. Und im Fischerdorf Seehausen am Staffelsee geht es sogar über das Wasser: Hier findet die einzige Seeprozession Deutschlands statt, bei der die Monstranz mit der Hostie zur Insel Wörth getragen wird. Die Teilnehmer nehmen Platz auf Fähren und in zahlreichen Booten. Durch Wiesen und Felder führt dagegen die Saulgruber Fronleichnams-Prozession und bietet ein Bild wie aus alten Zeiten, eingerahmt vom Alpen-Panorama, das bis zur Zugspitze reicht. Nähere Informationen unter www.oberbayern.de

Brauchtums-Lexikon von A bis Z
Alle Termine, besondere Orte und weitere Informationen rund um Schäfflertänze, Maibaum-Bräuche, Fronleichnams-Prozessionen und Oberbayern unter www.oberbayern.de. Hier steht auch ein Brauchtums-Lexikon von A bis Z bereit.

Der Tourismusverband München-Oberbayern e.V. ist der touristische Dachverband im Regierungsbezirk Oberbayern. Der größte touristische Verband Deutschlands bündelt die Interessen von über 350 Mitgliedern und steht für 32 Millionen Übernachtungen (in Betrieben ab neun Betten).

Informationen zu dieser Pressemitteilung

AutorAngelika Hermann-Meier PR

Pressebildbig_1oberbayern_so_084.jpg ©Bildnachweis: Kur-GmbH Bad Reichenhall

SchlagworteBrauchtum Maibaum Maschkera Oberbayern Schäfflertanz Tourismusverband München-Oberbayern

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