Reiseziele 12. März 2015

Am Tag des Bieres sind die „Pumpaufs“ am Werk: Gebraut wird wie vor 300 Jahren in Bad Windsheim

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© Susanne Heiss, Heiss Public Relations

Einst hatte das mittelfränkische Bad Windsheim 30 Privatbrauereien. Heute ist der einzig verbliebene Brauer in der historischen Innenstadt der Döbler, so nennen ihn die Einheimischen. Urig ist es in seiner Gaststube. Spannend in seinen Gewölben. Hier wird der Gerstensaft in fünfter Generation ausgeschenkt, das Braurecht besitzt die Familie seit über 250 Jahren. Noch früher begann das kleine Hofbrauhaus aus Kraisdorf von 1699 seinen Betrieb. Es steht im Fränkischen Freilandmuseum und ist Deutschlands ältestes noch intaktes Brauhaus. Dieses Jahr wird hier am 26. April gebraut, wie immer anlässlich des „Tag des deutschen Bieres“. Dann sind hier in alter Manier die „Pumpaufs“ am Werk – ein Sonntag, damit auch interessierte Besucher einen Blick auf die alte Kunst des Brauens werfen können.

Der Brauerbund erinnert jedes Jahr am 23. April an den Erlass des bayerischen Reinheitsgebots von 1516. Es soll das älteste Lebensmittelgesetz sein. Bundesweit wird es gefeiert. Im Fränkischen Freilandmuseum wird wenige Tage später von 9 bis 18 Uhr wie anno dazumal gebraut und im gegenüberliegenden Kommunbrauhaus von 1844 erklärt der Museumsbraumeister die Feinheiten des Bierbrauens.

Schon morgens ab sechs Uhr treffen sich am Brausonntag der Braumeister und einige Bad Windsheimer Bürger, um in kräftezehrender Handarbeit Bier zu brauen. Der Schürmeister entfacht unter dem riesigen Sudkessel das Feuer. Anschließend wird über Stunden hinweg mit den über 300 Jahre alten Gerätschaften geschöpft und gerührt. „Eine Knochenarbeit!“, sagt Braumeister Jürgen Strauß. Kräftig zupacken müssen daher die „Pumpaufs“, so heißen die Helfer im Brauerjargon. Herauskommen soll ein süffiges Zwickel-Bier in bayerischer Tradition, gebraut nach dem Reinheitsgebot mit Wasser, Hopfen und Malz – Hefe kam erst später dazu. „Das Malz ist die Seele des Bieres, der Hopfen das Aroma“, so Strauß.

Die Maische aus 300 Kilogramm geschrotetem Malz und 1500 Liter Wasser müssen die Hobbybrauer zunächst in Bewegung halten. Eine kurze Pause für die Brauer gibt es nur, nachdem der auf 78 Grad erhitzte Sud Eimer für Eimer zum Ruhen in den Läuterbottich geschöpft wurde. Ist die Würze wieder zurück im Sudkessel, kommt der Hopfen hinzu. Zum Ende des Tages fließt der heiße Gerstensaft ins Kühlschiff, eine Art Holzboden, vier Mal vier Meter groß. Bis das Gebräu zum Ausschank bereit ist, lagert es heutzutage noch für weitere sechs Wochen in modernen Tanks von Bürgerbräu. „In diesem alten Brauhaus zu brauen ist auch für uns Jahr für Jahr ein besonderes Erlebnis“, erzählt Strauß am Ende eines schweißtreibenden „Tag des Bieres“ im Fränkischen Freilandmuseum.

Dieses Hofbrauhaus von 1699 aus Kraisdorf im Landkreis Haßberge ist eines der über 100 original wieder aufgebauten Gebäude im Freilandmuseum. Bis 1960 wurde in dem kleinen, vollständig mit Einrichtung und Gerätschaften erhaltenen Haus mit eigenem Brunnen noch zweimal im Jahr Bier für den eigenen Verbrauch gebraut. Das Braurecht hatten die Eigentümer bereits seit 1650. Im gegenüber liegenden Kommunbrauhaus von 1844 aus Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg durften im Gegensatz zum älteren Hofbrauhaus die Bürger ihre eigenen Rohstoffe brauen lassen. Gärung und Reife erfolgten danach im eigenen Bierkeller. Seit zwei Jahren braut Museumsbraumeister Sigi Brückler drei Mal wöchentlich das Museumsbier. Denn das neue „Bad Windsheimer Freilandmuseumszwickel“ wird neuerdings weltweit vertrieben und in den Biergärten des Freilandmuseums ausgeschenkt.

Wer im historischen Bad Windsheim seinen Urlaub verbringen möchte, bucht die Bad Windsheimer Schnupperwoche mit sieben Übernachtungen und Frühstücksbuffet, Eintritte ins Freiland- und ins Reichsstadtmuseum, drei Besuche mit Anwendungen in der Franken-Therme und Stadtführung kostet ab 482 Euro pro Person im Doppelzimmer in 3- und 4-Sterne-Hotels.

EIN BESUCH IM FREILANDMUSEUM
Während des Sommers gibt es viel zu sehen im Fränkischen Freilandmuseum, das sich direkt an die Altstadt der ehemaligen Reichsstadt Bad Windsheim anschließt. Ein Spaziergang im Museum führt durch 700 Jahre Alltagsgeschichte und kann einen ganzen Tag dauern. Rund 100 historische Gebäude wurden auf einer Fläche von etwa 50 Hektar originalgetreu wieder aufgebaut: Gotteshäuser, die Zeugnis geben vom fränkischen Protestantismus; Dorfplätze, auf denen sich nach getaner Arbeit die Bauern trafen; Häuser von Handwerkern und Bauern sowie zwei Brauhäuser. Unterwegs locken Biergärten mit kühlem Museumsbier, gebraut im Kommunbrauhaus aus Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg. Handwerkertage wechseln sich in den Sommermonaten täglich ab. Jeden Monat stehen verschiedene Feste auf dem Programm.

Das Fränkische Freilandmuseum ist von Anfang Mai bis Ende Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. (Im April ist montags geschlossen, am Ostermontag aber geöffnet.) Erwachsene zahlen sechs Euro, Kinder unter sechs sind frei. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und alle minderjährigen Kindern kostet 15 Euro. Die Teilfamilienkarte mit einem Erwachsenen und begleitenden Kindern neun Euro.

Neugierig geworden? Über die A7 von Norden und Süden kommend ist man nach nur 15 Minuten im mittelfränkischen Bad Windsheim angelangt. Von Dortmund sind es knappe 400 Kilometer, von Frankfurt 200 Kilometer und von Nürnberg 60 Kilometer.

Weitere Infos:
Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH Bad Windsheim, Tel. +49 (0) 98 41/ 40 20, www.bad-windsheim.de, www.freilandmuseum.de.

Heiss Public Relations

Heiss Public Relations
Agentur für Kommunikation, Presse und PR

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AutorHeiss Public Relations

Pressebildbierbrauen_hofbrauhaus-tagdesbieres_holzrinne_foto_sheiss_0.jpg ©Susanne Heiss, Heiss Public Relations

SchlagworteBad Windsheim Freilandmuseum Mittelfranken Pumpauf Tag des Bieres

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